iPad 2: Was Apple nicht sagen wollte

Von am 5. März 2011 10 Kommentare 

iPad 2 KameraKleine Einsparungen

Die neue Generation von Apples Medientablet liefert nicht mehr und nicht weniger, als eben geliefert werden musste, um nicht zurückzufallen gegenüber der Konkurrenz. Trotz des großen Vorlaufs kommt Apple mit iPad 2 dem Android-Flaggschiff Motorola Xoom nahe, versucht es aber in den technischen Eigenschaften nicht zu überholen. Mehr konnte oder wollte Apple zu diesem Zeitpunkt nicht liefern. Warum?

Steve Jobs verkündete wie immer ein völlig neu konzipiertes Gerät, als gäbe es eine Revolution auszurufen. Die Inszenierung orientierte sich sorgfältig an Apples erster Tablet-Vorstellung vor einem Jahr. Das ging bis hin zum Inventar. Der allzeit für Apple begeisterte John Gruber konnte daher entzückt über die gleiche Sitzgelegenheit auf der Bühne berichten, für ihn offenbar von größter zeremonieller Bedeutung.

Über diese Zeremonien ließ der Zeremonienmeister ein paar kleine Details aus, was das von ihm beworbene Produkt angeht. Während das iPhone inzwischen über ein “Retina”-Display verfügt, bekam das Tablet kein einziges Pixel mehr und bleibt damit hinter Motorola Xoom zurück. Auch was die mangelnde Lesbarkeit im Sonnenlicht angeht, hat Apple offenbar nichts unternommen.

Der neue A5-Chip verfügt wie Nvidia Tegra 2, das bereits in Smartphones und Tablets mit Android OS zum Einsatz kommt, über zwei Prozessorkerne. Apple schreibt ihm verdoppelte Leistung gegenüber dem Vorgänger zu, unterfütterte das aber nicht mit technischen Details. Unklar bleibt, ob der Prozessor auf ARM Cortex A9 basiert. Keine Bestätigung auch, ob Apple iPad in der zweiten Generation endlich mehr als 256 MB RAM spendiert. Es blieb bei einer maximalen Kapazität von 64 GB Flash-Speicher, als sollte eine bestimmte Preisgrenze nicht berührt werden. Es sei noch freundlich, das neue Tablet iPad 1.5 zu nennen, bringt es der britische Register auf den Punkt.

“Wie schlecht ist die Kamera in iPad 2 tatsächlich?”

Besonders drastisch gespart hat Apple offenbar bei den Kameras. Bei der Frontkamera mag eine VGA-Auflösung von vermutlich 640 x 480 Pixeln noch verzeihlich sein. Die Kamera auf der Rückseite aber ist nicht mit der Kamera in iPhone 4 zu vergleichen, sondern mit der in iPod touch verbauten Kamera von nur mäßiger Qualität.

“Wie schlecht ist die Kamera in iPad 2 tatsächlich?”, fragt Wired überrascht. Die offiziellen Angaben Apples helfen wenig, die Frage zu klären. Apple gibt dazu wie bei iPod touch nur den Wert 720p an. Das mag für Videoaufzeichnungen genügen, rechnet sich aber auf weniger als ein Megapixel Auflösung um und eignet sich damit kaum für Fotos.

Das zweite iPad ist dünner und leichter, es behält auch die gute Akkulaufzeit bei. Aber was die verbauten Komponenten angeht, regierte der Rotstift. Es ist für Apple offenbar von größter strategischer Bedeutung, die eigenen Marktanteile zu sichern mit möglichst günstigen Einstiegspreisen. Aus diesem Grund begnügt sich Apple beim iPad bereits mit einer geringeren Gewinnspanne als üblich, wie Analysten errechneten. Um weiterhin einen Startpreis von 499 US-Dollar nennen zu können, waren keine großen Sprünge mehr drin.

“Ein wenig anmaßend von Apple”

iPad 2 steht für eine solide Weiterentwicklung, mehr nicht. Das steht in auffallendem Widerspruch zur tosenden öffentlichen Ankündigung. Das war doch ein wenig anmaßend von Apple, fand Late-Night-Talker Conan O’Brien – und er bekommt das letzte Wort.

Abbildung: Apple

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Kommentare

10 Stellungnahmen zu “iPad 2: Was Apple nicht sagen wollte”
  1. Orcun sagt:

    Ich finde die Kritik unpassend. Ich finde durchaus, dass viel an dem iPad weiterentwickelt wurde und die Tatsache, dass sie den Preis halten, ist beachtenswert. Vergleichbare Produkte wie das xoom von motorola kosten ca 200 Euro mehr und bieten keinen nennenswerten Vorteil. Was wurde von Ihnen denn erwartet? Ein völlig neues Produkt? Andere Hersteller erfinden auch nicht bei jeder produktpflege das Rad neu, das ist nicht nur bei Apple so.
    Das die Auflösung nicht erhöht wurde liegt daran, dass es Apple schon fast pinibel wichtig ist, dass die Entwickler es möglichst angenehm haben, da gerade in den apps die stärke der Apple Produkte liegt. Eine Erhöhung der auflösung bedeutet Aufwand für die Entwickler.
    Interessant finde ich jedoch, dass die kritik am ipad immer unwichtige Nebensachen beinhaltet. Schlechte kamera.. Was soll das? Wer will mit einem iPad gute Fotos machen? Es ist ja wohl nicht wirklich ein Kamera Ersatz sondern viel mehr eine Möglichkeit schnappschüsse zu machen oder diverse Programme zu benutzen, die eine Kamera verwenden (siehe Photo Booth). Ein weiter oft genannter Kritikpunkt: HDMI Anschluss. Wie oft schließt man sein Tablett denn nun wirklich an den Fernseher an? Die meisten Benutzer wohl nie. Und für die wenigen gibt es ja dann einen entsprechenden Adapter! Und ein Retina Display erwartet wohl niemand mit etwas Verstand. Retina würde beim iPad einer Auflösung von 2660 x 1330 entsprechen, somit eine viel höhere pixeldichte als ein >50″ Full hd fernseher. Folgen wären: träges system, höherer preis, höherer Strom verbrauch und der dadurch grössere Akku mit mehr Gewicht.
    Interessant finde ich auch folgendes: vor ziemlich genau einem Jahr überhäuften sich Experten mit Kritiken, wofür man denn so ein Produkt gebrauchen könne? Ein sinnloses spielzeug usw.. Und jetzt? Ein Jahr später ist es den Kritikern zu wenig eine 2 Megapixel Kamera im iPad zu sehen.
    Fakt ist, man bekommt für sein Geld zurzeit kein besseres Tablet als das iPad.

  2. kalamitas sagt:

    ich stimme dem was Orcun sagt in jedem einzelnen punkt vollkommen zu.

  3. Bubububu2 sagt:

    Ihr scheint zu unterschätzen, dass Apple hiermit die perfekte Hardware-Grundlage für iOS 5.0 legt und auch für die Entwickler den Anreiz bietet, dem iPad produktivere Apps zu programmieren.
    Apples Stärke liegt nicht in tollen Hardware-Features, sondern in der Software und da soll die Konkurrenz mal herankommen!

  4. Norbert sagt:

    Ich kann mich den ersten beiden Meinungen nur anschließen! Persönlich besitze ich kein Tablet, verfolge die Entwicklung sowie die Forumsdiskussionen intensiv. Fasst man alle Aspekte des ‘post-pc’ Tablets zusammen, sehe ich aktuell keine Alternativen zum Ipad. Apples wahre Größe ist es Kundenbedürfnisse zu erkennen bzw. zu wecken und der Konkurenz stets einen kleinen, aber entscheidenden Schritt voraus zu sein. Genau das haben wir am letzten Mittwoch wieder gesehen. Mann liest stets und überall welch tolle IPad-Killer es gibt, jedoch kaufen kann man bisher keines. Das es bei Apple nicht so ist, macht eben für mich den Unterschied aus! Weiter so!!!

  5. Orcun sagt:

    So ist es. Der Aufpreis bei den (üblichen) Apple Produkten ist nunmal die Bezahlung der Entwicklungskosten der Software! Natürlich haben die auch eine gute Gewinnmarge, allerdings ist das wiederum das Ziel von jedem Unternehmen. Da werden sich Gedanken gemacht und überlegt, was brauch der Kunde wirklich und was nicht und vor allem werden sich Gedanken darüber gemacht, was dem Kunden fehlt. Das ist nämlich der entscheidende Knackpunkt, deswegen hat Apple immer alles Inovative als erstes auf dem Markt (Computer Maus, grafische Bedienoberfläche bei Computern, iPhone, iPad,…).
    Es wird immer gesagt, dass man dumm sein muss, wenn man apple produkte kauft, das man dann nur nach emotionalen Gefühlen handelt und nicht, was die Vernunft sagt. Ich sehe das anders, denn die Produkte, die Apple herausbringt sind immer, wie schon erwähnt, der Konkurenz voraus. Und damit meine ich keine 1,2 GHz dual Core Prozessoren im Kampf gegen den 1 GHz dual vom iPad:-)
    Gestern bei der Auflösung Berechnung habe ich mich verrechnet. 2600 x 1950 wäre die Auflösung des iPads bei einem 320 ppi Retina Display. Also nochmal deutlich krasser. Full hd: 1920 x 1080.

  6. MOritz sagt:

    Ich möchte mich gans gans herzlich bei Orcun bedanken da mir wegen deinem Vortag kla geworden ist das nicht alle immer nur die großen Fehler apples beachten!! Wegen dir bekomme ich ein iPad 2 geschenk da du meinen Vater überredet hast!!
    Vielen dank!!

  7. Orcun sagt:

    Keine Ursache :-) viel Spaß mit deinem iPad :-)

  8. ihm sagt:

    In den 80er Jahren wurde der C64 auch Volks-Computer oder dementsprechend VC64 genannt. Und im Gegensatz zum iPad war der damalige “Brotkasten” ganz schön unsexy. Apple zeigt euch gerade, was in Wahrheit der erste Computer der Welt ist, der sich tatsächlich Volks-Computer nennen darf ;-)

  9. dax sagt:

    Endlich mal ein Sinnvoller thread mit guten Inhalten. Finde das gemotze in den anderen threads einfach nicht mehr auszuhalten.. es gibt immer was zu meckern über Apple Produkte.. aber irgendwie sind sie immer die Produkte, die es zu schlagen gilt. Ich finde das muss man erst mal schaffen..

  10. Thomas sagt:

    Wow, eine neue Trollwiese für Apple-Groupies. Ich mach mir schon mal mein Popcorn, wird bestimmt noch lustiger :-)