Apples Zensoren sehen rot bei Android

Von am 27. November 2010 5 Kommentare 

Android Magazin App StoreKein Android-Magazin in unserem App Store!

Sie zensierten politische Karikaturen und Bikinimode. Besonders verlässlich aber reagieren die Prüfer Apples, wenn es um eine Konkurrenz geht, die Android heißt.

Das musste eben ein dänischer Verleger erfahren, der unter anderem ein Magazin über Android im Angebot hat. Nachdem er es über den App Store anbieten wollte, bekam Brian Dixon von Mediaprovider einen Anruf von Apple. Ein typischer Dialog begann, wie er zuvor schon von vielen Betroffenen berichtet wurde.

“Android geht nicht”

Dixon (wohl wissend, was kommen würde): “Also, was ist das Problem?”

Apple-Vertreter (der sich nur als “Richard” vorstellte): “Sie wissen schon, Ihr Magazin … es handelt nur von Android. Das können wir in unserem App Store nicht zulassen.”

Nicht, dass der Verleger astronomische Verkaufszahlen mit einem Magazin zum Thema Android über Apples App Store erwartet hätte. Aber er möchte jetzt doch gerne wissen, wie sich das weiter entwickelt. Sein Android-Magazin ist im Übrigen das Gegenstück zu einem spezialisierten Magazin über das iPhone, das natürlich keine Probleme beim Vertrieb über den App Store bekam.

Obwohl Apple die Regeln für den App Store änderte und Lockerungsübungen versprach, ist die Zensurkultur offenbar noch immer tief verankert. Dem Verleger, der sich auf die iOS-Plattform von Apple einlässt, bleibt die Unsicherheit:

“Sie müssen 500 Leute haben, die Tag und Nacht die Inhalte kontrollieren. Wir müssen nicht nur unsere Apps, sondern jede einzelne Ausgabe unserer Magazine genehmigen lassen. Ich frage mich, was geschehen wird, wenn wir uns entscheiden, die nächste Ausgabe unseres Magazins über Mobiltelefone allgemein als Themenausgabe über Android zu machen.”

Kein Girl auf Seite 9

Ein ernsthafte Hürde stellt Apple zudem schon mit der Dauer der Überprüfung auf. Wie Dixon berichtet, lässt sich Apple mit der Genehmigung einer neuen Ausgabe bis zu 14 Tage Zeit, was es äußerst schwierig macht, aktuell zu sein. Besonders viel Zeit lassen sie sich offenbar mit dem Gadget-Magazin “Gear” von Mediaprovider:

“Ich vermute, es liegt daran, dass wir ein ‘Babe’ auf der Titelseite haben.”

Ähnliche Erfahrungen mit Apples puritanischer Moral machte zuvor die dänische Boulevardzeitung Ekstra Bladet. Die Prüfer im kalifornischen Cupertino nahmen Anstoß am “Girl auf Seite 9″ und sprachen ein Verbot aus für die digitale Wiedergabe. Wenn es um Android oder nackte Haut geht, bleiben sie unbeugsam.

Screenshot: Mediaprovider / Media Watch

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Kommentare

5 Stellungnahmen zu “Apples Zensoren sehen rot bei Android”
  1. Christian W. sagt:

    kann ich verstehen.
    Android ist ein Daten-Sicherheitsrisiko.

    http://www.n-tv.de/technik/Android-Handys-gefaehrdet-article2006846.html

  2. Thomas sagt:

    @ Christian W.

    Jetzt mal ganz ehrlich: Entweder hast Du den Artikel von N24 auf den Du Dich hier stützt nicht richtig gelesen, oder Du hast nicht sehr viel Ahnung von IT.

    Wenn Du ihn richtig gelesen hast ist Dir vielleicht entgangen, was ja durchaus passieren kann, dass diese Sicherheitslücke lediglich in einem Programm (für Dich als vermutlicher Appleuser sage ich mal “App” dazu) im Browser steckt. Das hat nichts mit dem Quellcode von Android an sich zu tun und man kann hier durch Alternativen (Ja, Android ist offen und biete Alternativen) einfach, bis die App upgedated ist, den Dolphin-Browser oder Opera nutzen. Gut, zu Deiner Verteidigung muss ich dann hier auch zugeben, dass die Überschrift des Artikels von N24 auch sehr reißerisch ist.

    Wenn Du keine Ahnung von IT hast, was ja auch durchaus sein kann, dann solltest Du hier die Sicherheit von iOS nicht so in den Himmel loben. Mit jedem iOS Update dauert es keine 14 Tage, bis eine neue Anleitung für einen Jailbreak im Netz unterwegs ist. Ein Jailbreak allerdings funktioniert nur durch die Ausnutzung von Sicherheitslücken! In diesen Fällen von Sicherheitslücken in iOS. Ja, und hier ist es der Quellcode vom Betriebssystem, also iOS an sich, welches die Lücke bietet und nicht etwa eine App.

    Noch ein Statement zum Abschluss: Ich schätze mal ganz grob, dass jede 10 Android, iPhone, Blackberry oder Palm App eine Sicherheitslücke bietet … man muss nur Zeit haben, sich damit auskennen und los gehts. Das Gleiche gilt für jedes Betriebssystem.

    Gruß,
    Thomas

    PS: Was hat Dein Kommentar überhaupt mit dem Artikel hier zu tun? Apple verweigert die Veröffentlichung eines Android-Magazins mit Sicherheit nicht wegen fehlender Sicherheit, denn hier gilt: Unter den Blinden ist der Einäugige der König.

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