Analysten: Apple-Tablet geht in die Produktion, kommt ab März, kostet 1.000 US-Dollar

Von am 10. Dezember 2009 2 Kommentare 

Apple TabletNach Hinweisen von Zulieferern laufen die Bänder bereits an für eine Million Tablet-PCs im Monat. Den US-Buchverlagen hat Apple “ein sehr attraktives Angebot” unterbreitet, um Amazons E-Book-Reader Kindle auszustechen.

Yair Reiner, bei Oppenheimer für die Apple-Beobachtung zuständig, beruft sich auf seine guten Kontakte zur Kette der Zulieferer. “Die Zahnräder für die Herstellung des Tablets kommen quietschend in Bewegung”, gab der Analyst seinen Klienten bildhaft Bescheid.

Er geht von rund einer Million Tablets im Monat aus. Vor dem Verkaufsstart müsse das Unternehmen einen Lagerbestand von fünf oder sechs Wochen aufbauen. Wenn es keine unvorhergesehenen Probleme gebe, sei daher mit dem Verkaufsbeginn im März oder April zu rechnen.

Was er noch so gehört hat:

– Apple hat sich für ein LCD-Display mit einer Diagonale von 10,1 Zoll entschieden, nicht das wesentlich teurere OLED-Display, wie in anderen Berichten vermutet.

– Apple lockt zudem die Buchverleger mit einem Angebot für die Veröffentlichung von E-Books auf dem Tablet, das sich an der bisher praktizierten Gewinnaufteilung im App Store für Iphone / Ipod touch orientiert. Apple sichert den Verlagen einen Anteil von 70 Prozent zu und behält nur 30 Prozent ein, ohne einen exklusiven Deal zu verlangen. Amazon hingegen teilt bei Büchern 50 / 50 auf und behält bei Zeitschriften sogar selbst mit 70 Prozent den größten Anteil ein.

– Mit besonderen Features für das Tablet hat Apple auch den Markt für Lehrbücher im Visier. So soll es besonders einfach sein, Randbemerkungen zu notieren.

– Apples Tablet ist eine Kombination von E-Reader, Surf-Tablet und Medienplayer.

– Bei Medieninhalten hat Apple gute Karten, weil Amazon “die Verlagsbranche verärgert” hat. Amazon habe für den E-Reader Kindle Exklusivität verlangt, Werbung ausgeschlossen und einen zu hohen Anteil der Einnahmen für sich beansprucht – und sei damit verwundbar durch das Tablet.

Zumindest der relativ hoch angesetzte durchschnittliche Verkaufspreis von 1.000 US-Dollar überrascht. Der Analyst geht dennoch “konservativ” von einer Million bis 1,5 Millionen verkauften Tablets je Quartal aus und rechnet bereits Apples Gewinne hoch.

Plausibel wäre der hohe Preis vielleicht, wenn Apple ähnlich wie beim Iphone auf ein Subventionsmodell setzt. Das könnten zum einen Mobilfunkanbieter sein, die den Tablet-PC zusammen mit noch einem Laufzeitvertrag anbieten. Zu Subventionen überreden ließen sich vielleicht auch Zeitungs- und Zeitschriftenverleger, die verzweifelt auf ihre Chance warten, digitale Abonnements zu verkaufen.

Fünf führende US-Verlage schlossen sich bereits zu einem Konsortium zusammen, um eine Software-Plattform für den Verkauf ihrer digitalen Inhalte zu schaffen. Wie sie sich das vorstellen, führten sie in einem Video vor mit einem Lesegerät – und das sieht so aus , wie alle sich das Apple-Tablet vorstellen.

Mit Vijay Rakesh von ThinkEquity plauderte inzwischen ein weiterer Analyst aus, was er über das Apple-Tablet weiß oder auch nicht. Er hat sich ebenfalls bei Auftragsfertigern umgehört und geht von einem Tablet-PC mit 64 GB Flash-Speicher aus, der im März bei den Kunden ankommt. Er rechnet mit einer Produktion von zunächst ein bis drei Millionen, erwartet aber für das Kalenderjahr 2010 insgesamt 8 bis 10 Millionen Apple-Tablets.

(bk)

Zum Thema bei TecZilla:

Verlegerträume mit Iphone, Kindle und Google

Es wird ein Medientablet

Geschichte des Apple-Tablets

Angetestet: Amazon Kindle for PC

Zum Thema im Web:

Fortune

Business Week

Screenshot: Thecustommac.com (Mockup eines Apple-Tablets)

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Kommentare

2 Stellungnahmen zu “Analysten: Apple-Tablet geht in die Produktion, kommt ab März, kostet 1.000 US-Dollar”
  1. ich sagt:

    Kleiner Fehler in der letzten Zeile des Berichts da steht 8 bis 10 Minuten Apple-Tablets. Da müste doch Milionen stehen :)

  2. Bernd Kling sagt:

    Ooops, danke für den Hinweis. Mindestens eine Minute zu wenig korrigiert …